DAS BLATT | Arno Beck

DAS BLATT Online-Ausstellung zur Zeichnung der Gegenwart mit KünstlerInnen aus dem Rheinland und Berlin. Mit Maess Anand, Arno Beck, Paula Doepfner, Sławomir Elsner, Caroline Kryzecki und Ignacio Uriarte.

DAS BLATT* | Arno Beck

Arno Beck lebt und arbeitet in Bonn. Seine konzeptuellen Zeichnungen führen die digitale Ästhetik und ihre analoge Übersetzung in den physischen Raum zusammen. Durch das Großwerden mit dem Computer gehört für Arno das Digitale heute zum Alltag, sodass er fast alle seine Arbeiten standardmäßig zuerst am Rechner entwirft.

Für DAS BLATT konzentrieren wir uns auf seine neue Werkserie, die in MacPaint, einem frühen Zeichenprogramm und dessen Vielzahl vorprogrammierter Muster, entstanden sind. Da digitale Bilder auf Informationen und nicht auf Material basieren, ist für den Künstler der Übersetzungsprozess in die physische Existenz von zentraler Bedeutung. In diesem Fall zeichnet der Stiftplotter das Bild auf die Leinwand. Im Gegensatz zu einem Ausdruck werden Pen-Plotter-Zeichnungen so personifiziert, dass sie Fehler einschließen und die Glätte der Technologie untergraben.

Mit dem Ziel, den kulturellen Dialog zu fördern, freuen wir uns über das zur Verfügung gestellte Video von Chris Kerr und Jay Meyers alias C. A. T. S. – Contemporary Art Talk Show aus Illinois, USA. Ihre sehr ‚eigensinnigen‘ Bildbesprechungen gibt es hier – enjoy!

 

Arno Beck, The World is Yours, Tusche auf Leinwand, 40 x 30 cm, 2020. DAM Gallery, Berlin
Arno Beck, Sancho Pancho, Tusche auf Leinwand, 40 x 30 cm, 2020. DAM Gallery, Berlin
Detail zu: Arno Beck, Sancho Pancho, Tusche auf Leinwand, 40 x 30 cm, 2020
Arno Beck, Castle Grayskull, Tusche auf Leinwand, 40 x 30 cm, 2020. DAM Gallery, Berlin

Arno bewegt sich geschickt zwischen analogen und digitalen Ästhetiken und Prozessen. Auf diese Weise spielen seine Kunstwerke mit unserer Wahrnehmung, indem sie vorgeben, anders geschaffen zu sein, als sie es tatsächlich sind.
Obwohl ‚Hunter & Gatherer‘ von Pixeln dominiert wird, ist es vollständig mit pigmentierter Tinte vom Künstler selbst gezeichnet.

Arno Beck, Hunter & Gatherer, Tusche auf Papier, 160 x 122 cm, 2019

Arnos Wegbegleiter und Förderer sind unter anderem seine beiden Galeristen, Wolf Lieser, Geschäftsführer der DAM Gallery in Berlin und Falko Alexander, Betreiber der gleichnamigen Galerie in Köln, deren Stimmen wir als Text und Video hier ebenfalls zitieren möchten.

Falko Alexander über Arnos Werk:

Courtesy Photoszene ON AIR und Silviu Guiman.

Wolf Lieser über Arnos Werk:
„Arno Beck wird im Umfeld der post-digitalen KünstlerInnen verordnet. Diese Bewegung der zeitgenössischen Kunst zeichnet sich dadurch aus, dass vertraute Inhalte des Internets kopiert und oft nur wenig bearbeitet in ein analoges Medium überführt und als Skulptur, Objekt oder Installation hergestellt werden. Arno Beck geht in vielerlei Hinsicht jedoch deutlich weiter, was ein Grund für seine erfolgreiche Entwicklung als Künstler sein mag. Auch seine Kreationen basieren auf der Alltäglichkeit und Omnipräsenz des Internets. Jedoch kopiert er nicht, sondern komponiert eigene Bilder, basierend auf der uns vertrauten Ästhetik von früher Computergrafik oder der Computerspiele. So entstehen sehr reizvolle und spannungsreiche Zeichnungen oder Gemälde, die zwischen Vertrautem und Abstraktion oszillieren. Und dann, und das macht ihn besonders sympathisch, realisiert er diese Kompositionen mit analogen, traditionellen Techniken der Malerei, Zeichnung oder verschiedenen Drucktechniken wie Tiefdruck, Siebdruck oder als sehr attraktive Schreibmaschinenbilder, getippt auf einer alten Schreibmaschine. Diese Entscheidung zur Slow Art, wo andere Künstler einfach große Leinwände bedrucken, bezieht Position, nimmt die Geschwindigkeit raus und gibt den Kunstwerken damit eine besondere Aura und Wertigkeit.“
Wolf Lieser über die Arbeiten von Arno Beck, Juni 2020

In einem virtuellen Studiobesuch mit den StudentInnen des New Yorker Pratt Institute of Art erzählt Arno sehr anschaulich und aufschlussreich von seinen Ideen, Inspirationen und wie er diese in seiner Atelierpraxis umsetzt. Ab ´18:12 legt er den Fokus auf seine händischen und computergenerierten Zeichnungen.

*DAS BLATT 

Online-Ausstellung zur Zeichnung der Gegenwart mit KünstlerInnen aus dem Rheinland und Berlin.
Mit: Maess Anand, Arno Beck, Paula Doepfner, Sławomir Elsner, Caroline Kryzecki, Ignacio Uriarte
Eröffnung der Online-Ausstellung: 26. Juni 2020, 18 Uhr
Laufzeit: 27. Juni – 31. Juli 2020
Gefördert vom Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf.

Neben einer Präsentation thematisch kuratierter Kunstwerke liegt der Fokus auf ergänzenden intimen und persönlichen Beiträgen der Künstlerinnen und Künstler selbst, sowie Kommentaren und Fremdmaterial einiger ihrer Wegbegleiter, die teils eigens für DAS BLATT produziert wurden.