ROSA

Abb. oben: Vera Drebusch & Florian Egermann, Deutschland, mon amour, 2017, mixed-media Installation, temporäre Tattoos. bbk Köln. Foto: Vera Drebusch

ROSA – Eine Ausstellung anlässlich des 100. Todesjahres Rosa Luxemburgs

Die Ausstellung findet unter der Schirmherrschaft der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW e.V. und dank der finanziellen Unterstützung der Kunststiftung NRW statt.

Mit: Ulf Aminde, Vera Drebusch, Magdalena Kita, Evamaria Schaller, Pauł Sochacki + Arts of the Working Class, Jens Pecho, Anna Witt, Zorka Wollny.

Eröffnung: 21. Juni 2019, 18-21 Uhr
Um 19 Uhr performen Vera Drebusch und Florian Egermann mit Deutschland, mon amour.

Laufzeit:
22. Juni – 31. Juli 2019
Ackerstraße 199, 40233 Düsseldorf,
von Mittwoch – Samstag, 14-19 Uhr.

Weitere Veranstaltungen:
Freitag, 21. Juni 2019, 19 Uhr
Performance: Vera Drebusch und Florian Egermann | Deutschland, mon amour
Freitag, 28. Juni 2019, 18 Uhr
Vortrag: Ulf Aminde | Mahnmal Keupstraße
Freitag, 12. Juli 2019, 18 Uhr
Vorstellung: Pauł Sochacki | Arts of the Working Class
Freitag, 19. Juli 2019, 18 Uhr,
Performance: Evamaria Schaller | ROSA

Mehr Informationen zu den Veranstaltungen

Pressetext:

Die Gruppenausstellung ROSA findet anlässlich des 100. Todesjahres Rosa Luxemburgs statt und zeigt, dass Luxemburgs Hoffnung auf eine gerechtere Gesellschaft noch immer aktuell und dringend ist. Ihr Gedankengut ist über 100 Jahre alt, doch in der heutigen politischen Zeit der wachsenden sozialen Ungerechtigkeit durch zunehmende kapitalistische Wirtschaft, durch das noch immerwährende Ringen um Gleichstellung der Geschlechter und durch die sich ausbreitende Fremdenfeindlichkeit gegenwärtiger denn je.

„Die Stärke der Ausstellung liegt in der freien Interpretation des Lebenswerkes Rosa Luxemburgs.
Sie profitiert und lebt von der Idee der politisch engagierten Kunst und greift die Schnittstelle zwischen zeitgenössischer Kunst und politischer Bildung auf“ – so die Kuratorinnen, Kasia Lorenc und Angelika J. Trojnarski. „Weil die Verbindung nicht direkt ist – die KünstlerInnen beziehen sich nicht auf das Biografische, sondern auf die gedanklichen Prozesse, das Abstraktum um die Anlassgeberin – bietet die Ausstellung umso mehr Möglichkeiten Luxemburgs Werte zu durchleuchten und zu erörtern. Sie bringt den Besucher dazu, ganz im Sinne Luxemburgs, die heutigen Lebens- und Arbeitsbedingungen, Demokratie und Menschlichkeit zu reflektieren.“

Pauł Sochackis humorvoller malerischer Ausflug in die Welt der Tiere hinterfragt mit Hilfe visueller Metaphern pointiert die aktuellen gesellschaftspolitischen Verhältnisse. Jens Pechos textbasierte Arbeiten stellen die Konventionen des Sprechens und Handelns in Frage. Der Gewinner der Ausschreibung der Stadt Köln für ein NSU-Mahnmal in der Keupstraße, Ulf Aminde, beleuchtet nicht nur die Idee hinter diesem Ort der Begegnung, sondern auch die seit Jahren verfahrene Lage bei dessen Realisierung. Die Österreicherin und Wahlkölnerin Evamaria Schaller arbeitet in ihrer neuesten Fotoreihe Becoming Native ihr genetisches Erbe auf und zieht damit ein enges Konzept von Herkunft in Zweifel. Mit ihren feministischen Altarbildern entgegnet Magdalena Kita stereotypen Geschlechterrollen und gesellschaftlichen Machtstrukturen. In Anna Witts 2-kanaliger Videoinstallation verleiht die Künstlerin ihre Stimme einer Gruppe junger Menschen in Leipzig, um gemeinsam ein modernes Manifest zu entwickeln, die bestehenden sozialen Normen anzuzweifeln und abschließend in performative Interventionen zu übersetzen. Die Videoaufnahmen eines auf Musik und lauten Arbeitsgeräuschen basierten Konzertes der polnischen Künstlerin Zorka Wollny untersuchen politische Aspekte von Lärm und entdecken die Essenz der menschlichen Stimme für den Arbeitsplatz neu. Iranisches Pflaumenmus, irakische Brombeer-Marmelade, saudiarabischer Holundersaft. Vera Drebuschs Sommerernte von ehemaligen Botschaftsgeländen in Bonn, zeigt wie abstrakt und surreal politische Land- und Grenzvereinbarungen sind.

Den Eröffnungsabend initiieren Vera Drebusch und Florian Egermann mit der Performance Deutschland, mon amour; diese manifestiert mit raumgreifenden Bild- und Textelementen eine ambivalente nationale Beziehung.

 

ROSA – die Zeitung zur Ausstellung als pdf

ROSA, Installationsansichten, Düsseldorf, 2019 (c) Curated Affairs.
Foto: J. R.

 

Installationsansicht ROSA (v.l.) | Magdalena Kita, Evamaria Schaller, Pauł Sochacki

Pauł Sochacki | Smoking Kills, Öl auf Leinwand, 140 x 170 cm, 2019. Courtesy Pauł Sochacki

Ulf Aminde | Entwurf für das Mahnmal Keupstraße, Köln, Fundament und MovieAPP, 2016. Courtesy Ulf Aminde

Jens Pecho | KASSANDRA, Vinyldruck auf Leuchtkasten, 156 x 220 x 15 cm, 2018; RGB, Video, 0‘07‘, 2018. Courtesy Jens Pecho

Magdalena Kita | Absolut Vanilia, Eitempera und Blattgold auf Holz, 76 x 56 x 4 cm, 2018; Roses, Eitempera und Blattgold auf Holz, 70 x 32 x 4 cm, 2018. Courtesy Magdalena Kita

Installationsansicht ROSA (v.l.) | Anna Witt, Evamaria Schaller, Pauł Sochacki

Evamaria Schaller | Becoming Native, 16-teilige Fotoserie, je 29,7 x 21 cm, 2019. Courtesy Evamaria Schaller und MARTINETZ, Köln

Vera Drebusch | Konserven, iranisches Pflaumenmus, irakische Brombeer-Marmelade, saudi-arabischer Holundersaft. Sommerernte von den ehemaligen Botschaftsgeländen in Bonn, 2012. Courtesy Vera Drebusch

Anna Witt | Das Radikale Empathiachat, 2 Kanal-HD Video, 20:10 min, Farbe, Ton, 2018. Anna Witt in Zusammenarbeit mit Maria Bujanov, Phillip Borchert, Anja Engelhardt, Belve Langniss, Blandia Langniss, Chiara Rauhut, Lena Schubel. Courtesy Anna Witt und Galerie Tanja Wagner, Berlin

Zorka Wollny | Song at Work, Video, 14 min., Performance für 5 Performers, Wyspa Institute of Art, Gdańsk, 2011. Zorka Wollny in Zusammenarbeit mit Anna Szwajgier. Courtesy Zorka Wollny.

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